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Immer Ärger mit dem Schnarchen

Immer Ärger mit dem Schnarchen

Viele kennen das Phänomen: Lautes Schnarchen belästigt Angehörige und führt zu unruhigem Schlaf. Schnarchen ist vor allem ein „männliches“ Problem. Etwa 60 Prozent der Männer über 50 Jahren schnarchen, bei den Frauen ist es etwa jede Dritte. Oft belästigt das Schnarchen „nur“ den Bettnachbarn, in manchen Fällen ist es aber für den Schnarcher selbst ein Gesundheitsrisiko.


Woher kommen die Schnarchgeräusche?

  • Schnarchen als nächtliche Geräuschkulisse ist relativ häufig. Es wird hauptsächlich dadurch verursacht, dass die Weichteilgewebe im mittleren und unteren Rachenraum teilweise kollabieren, d. h. in sich zusammenfallen.
  • Das Geräusch des Schnarchens selbst entsteht, wenn der Luftstrom die erschlafften Gewebe in Schwingung versetzt. Im Wachzustand verhindert die Muskelspannung, dass diese Gewebe erschlaffen; deshalb kann die Luft geräuschlos durch die Atemwege streifen. Im Schlaf lässt die Spannkraft der gesamten Muskulatur im Körper nach, auch die an der Atmung beteiligten Muskeln der oberen Luftwege entspannen sich.

Nicht immer harmlos

  • Bleibt die normale Atmung erhalten und treten die Geräusche nur in Rückenlage auf, ist Schnarchen harmlos und stört „nur“ die Umgebung.
  • Schnarchen kann aber auch auf eine Erkrankung hindeuten. Bei manchen Menschen erschlafft nachts die Muskulatur der oberen Luftwege so stark, dass sie die Atemwege komplett verschließt und ein freies Atmen unmöglich macht. Das Gehirn bemerkt den Sauerstoffmangel und sendet einen „Weckruf“, um das Ersticken zu verhindern. Der Schlafende wacht kurz auf und holt tief Luft – meist ohne es selber zu merken. Kurze Zeit später beginnt der Wechsel von Schlaf, Sauerstoffmangel und Weckruf von neuem. Die wiederholten Schlafunterbrechungen sorgen für Müdigkeit und Konzentrationsschwäche am nächsten Tag.
  • Extrem lautes und unregelmäßiges Schnarchen kann ein Hinweis auf solche Atempausen sein. Treten diese Atempausen häufiger in der Nacht auf, liegt möglicherweise eine Schlafapnoe vor. Sie kann lebensbedrohlich sein, denn der nächtliche Sauerstoffmangel setzt den Organismus unter Dauerstress und belastet das Herz-Kreislauf-System enorm. Daraus kann Bluthochdruck entstehen, der zu Schlaganfall und Herzinfarkt führen kann. Bei Verdacht auf eine Schlafapnoe sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Einmal schnarchen – immer schnarchen?

  • Schnarchen ist kein unabänderliches Schicksal. Oft helfen kleine Veränderungen im Alltag, manchmal aber ist der Gang zum Arzt nötig.
  • Schnarcher können Folgendes tun:
    • Übergewicht abbauen: Zu viele Kilos engen die oberen Luftwege ein. Oft schnarchen Übergewichtige nicht mehr, wenn sie abgenommen haben.
    • Alkoholkonsum meiden: Alkohol entspannt den Zungenmuskel und macht ihn schlapp. Wer zum Schnarchen neigt, sollte drei Stunden vor dem Schlafengehen keinen Alkohol trinken.
    • Medikamente überprüfen: Arzneimittel können den normalen Schlafablauf stören und das Schnarchen fördern, so zum Beispiel Schlafmittel, Beruhigungsmittel oder manche Mittel gegen Allergien.
    • Schlafposition überprüfen: Lieber auf die Seite drehen, denn auf dem Rücken zu schlafen fördert das Schnarchen.
    • Rauchen sowie den Genuss von Kaffee und schwarzem Tee einschränken: Diese können den Schlaf stören und das Schnarchen fördern.
    • Die Schlafhygiene verbessern: Eine ruhige Umgebung und ein gut gelüftetes Schlafzimmer sind die Voraussetzung für einen gesunden Schlaf. Und: Sorgen gehören nicht mit ins Bett!
    • Für eine freie Nase sorgen: Ist sie verstopft, atmet der Schläfer durch den Mund. Bei einer gekrümmten Nasenscheidewand kann die Nasenatmung durch eine Operation verbessert werden.
    • Aussetzen der Atmung: Wenn nachts die Atmung immer wieder kurz aussetzt, unbedingt den Arzt aufsuchen und die Hintergründe abklären lassen. Hierfür spezialisiert sind Pneumologen und Ärzte in Schlaflaboren.

 

Schnarchen ist oft harmlos und nur für die Umgebung störend. Bei manchen Menschen kann es aber zu Atemaussetzern und kurzfristigem, meist unbemerktem Erwachen kommen. Menschen mit häufigen Schlafunterbrechungen leiden tagsüber unter Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Langfristig kann der nächtliche Dauerstress Bluthochdruck fördern, welcher wiederum ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall ist. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Arzt darüber.

Publikationsdatum:   17.12.10
Datum geändert:  20.04.11
 
 

Axel Kuchem

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