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Prävention - Früherkennung

Was tun bei Verdacht auf Herzinfarkt?

Was tun bei Verdacht auf Herzinfarkt?

Ein Herzinfarkt ist immer ein lebensbedrohlicher Notfall. Daher muss unverzüglich ein Notarzt gerufen werden (Telefonnummer: 112). Keinesfalls sollte man längere Zeit warten, ob sich die Beschwerden eventuell bessern. Zudem sollten Helfer den Patienten nicht mit dem eigenen Auto oder mit einem Taxi in die Klinik fahren. Bei einem Herzinfarkt ist es wichtig, dass die Therapie so schnell wie möglich eingeleitet wird.


Woran erkennt man einen Herzinfarkt?

  • Typische Beschwerden sind:
    • schwere, länger als fünf Minuten anhaltende Schmerzen im Brustkorb, die sich durch Ruhe oder eventuell vorhandene Notfallmedikamente gegen Angina pectoris (z. B. Nitrospray) nicht bessern. Der Schmerz kann in den linken oder rechten Arm, den Hals, Unterkiefer, Oberbauch oder Rücken ausstrahlen;
    • starkes Engegefühl, heftiger Druck im Brustkorb;
    • große Angst;
    • Atemnot;
    • Übelkeit und Erbrechen;
    • Schweißausbruch;
    • allgemeines Schwächegefühl.

Gibt es Warnzeichen für einen Herzinfarkt?

  • Einige Anzeichen können einen Herzinfarkt ankündigen.
  • Nicht selten leiden die Patienten bereits an einer koronaren Herzerkrankung. Dadurch wird das Herz insbesondere in Belastungssituationen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt - beispielsweise bei körperlicher Anstrengung oder bei Stress. Diese Belastung kann zu einem Angina-pectoris-Anfall führen. Dessen Symptome ähneln denen eines Herzinfarkts. Allerdings bessern sie sich bei körperlicher Ruhe oder bei Verwendung eines Nitro-Medikaments innerhalb weniger Minuten.

Erste Hilfe beim Herzinfarkt

  • Bei einem Verdacht auf einen Herzinfarkt ist sofort ein Notruf über 112 (bundesweit) zu starten. Unbedingt soll der Notarzt angefordert werden – beim Absetzen des Notrufes auf die Möglichkeit eines Herzinfarktes hinweisen. Die Rettungsleitstelle wird dann entscheiden, ob ein Rettungswagen eingesetzt wird oder auch der Einsatz des Notarztes nötig ist.
  • Bis der Rettungswagen oder Rettungshubschrauber eintrifft, vergehen meist einige Minuten. In dieser Zeit sollten Angehörige, Freunde oder andere Helfer den Patienten beruhigen und darüber informieren, dass die Hilfe schon unterwegs ist und bald eintreffen wird. Den Kontakt zum Patienten sollten dabei nur 1-2 Personen halten. Weitere aufgeregte Angehörige sollten sich vom Geschehen entfernen.
  • Sie sollten beim Patienten beengende Kleidung lockern und den Kranken mit erhöhtem Oberkörper lagern.
  • Darüber hinaus ist es wichtig, den Herzschlag zu kontrollieren. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand muss unverzüglich mit der Herzdruckmassage und der Mund-zu-Nase-Beatmung begonnen werden.
  • An vielen Plätzen wie Bahnhöfen und Flughäfen gibt es automatische Defibrillatoren, mit denen auch Laien eine Wiederbelebung durchführen können.

Der Faktor Zeit ist wichtig!

  • Mit dem Rettungswagen werden die Betroffenen ohne Zeitverzögerung ins Krankenhaus gebracht und der Notarzt kann schon im Rettungswagen erste therapeutische Schritte einleiten.
  • Außerdem befindet sich im Rettungswagen immer auch ein Defibrillator. Dies ist ein spezielles Gerät, mit dem Herzrhythmusstörungen, insbesondere Herzkammerflimmern, behandelt werden können. Herzkammerflimmern tritt häufig im Gefolge eines Herzinfarkts auf und ist lebensbedrohlich.

Was passiert bei einem Herzinfarkt?

  • Bei einem Herzinfarkt wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Ursache ist meist ein Blutgerinnsel, das sich in einem verkalkten Herzkranzgefäß gebildet hat und dieses schließlich verstopft. In der Folge erhalten die Herzmuskelzellen jenseits des Gefäßverschlusses nicht mehr genügend Sauerstoff und sterben nach kurzer Zeit ab.

 

Treten die Symptome eines Herzinfarktes auf, muss unverzüglich ein Rettungswagen gerufen werden (Telefonnummer: 112). Bis zum Eintreffen des Rettungswagens sollte man den Patienten beruhigen und mit erhöhtem Oberkörper hinlegen. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand muss man unverzüglich mit Herzdruckmassage und Beatmung beginnen.

Publikationsdatum:   17.12.10
Datum geändert:  14.06.11
 
 

Wir über uns

Axel Kuchem

Allgemeinmedizin
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