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Wie läuft ein HIV-Test ab? Wer erhält das Ergebnis?

Wie läuft ein HIV-Test ab? Wer erhält das Ergebnis?

Der HIV-Test, auch Aidstest genannt, soll klären, ob eine Ansteckung mit dem Erreger von Aids vorliegt. Der Erreger heißt HI-Virus oder kurz: HIV (Humanes Immunschwäche-Virus). Auf Wunsch kann der Test anonym durchgeführt werden. Das Ergebnis sollte aber der behandelnde Arzt erhalten, der es dann mit dem Betroffenen ausführlich besprechen kann.


Was wird beim HIV-Test untersucht?

  • Für einen HIV-Test wird Blut abgenommen und auf HIV-Antikörper untersucht. HIV-Antikörper sind spezielle Eiweiße, die der Körper bildet, wenn er mit dem Virus in Kontakt gekommen ist. In den ersten zehn bis zwölf Wochen nach der Infektion sind allerdings noch so wenig Antikörper vorhanden, dass der Test sie noch nicht nachweisen kann. Erst nach drei Monaten ergibt der Test eine verlässliche Aussage.
  • Unter Umständen spürt der HIV-Test Antikörper auf, die sich gegen andere körperfremde Substanzen richten und gar nicht gegen das HI-Virus. Deshalb wird immer noch ein zweiter Test mit einem anderen Testverfahren durchgeführt, wenn der erste Test ein positives Ergebnis gebracht hat. Erst wenn dieser zweite Test bestätigt, dass es sich um HIV-Antikörper handelt, muss man von einer erfolgten Ansteckung ausgehen.

Wer führt einen HIV-Test durch?

  • Ein HIV-Test darf nur mit dem Einverständnis des Betroffenen durchgeführt werden und sollte immer mit einer ausführlichen Beratung verbunden sein.
  • Den Test kann man über das Gesundheitsamt oder über Aids-Beratungsstellen machen. Eine Blutprobe des Betroffenen wird dafür in ein Labor geschickt. Die Untersuchung und eine anschließende Beratung können auf Wunsch anonym erfolgen und sind in der Regel kostenlos.
  • Auch der Hausarzt kann bei begründetem Verdacht oder im Rahmen der Abklärung von anderen Erkrankungen einen HIV-Test durchführen. Die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse. Will der Patient anonym bleiben oder geht die Initiative zum Test vom Patienten aus, ohne dass eine medizinische Notwendigkeit besteht, muss der Patient häufig die Kosten von 25 bis 50 Euro selbst tragen. Das Ergebnis der Untersuchung erhält der Arzt, der es dann mit dem Betroffenen bespricht.
  • Wer zur Blutspende geht, dessen Blut wird automatisch auf HIV getestet. Hierzu wird der Patient im Vorfeld aufgeklärt und er erhält das Ergebnis vertraulich mitgeteilt.

Testergebnis: negativ

  • Ein negatives Testergebnis bedeutet, dass im Blut des Betroffenen keine Antikörper gefunden wurden. Das heißt, zwölf Wochen und länger vor dem Test hat keine Ansteckung stattgefunden. Der Test macht jedoch keine Aussage über eine mögliche Ansteckung in den letzten Tagen und Wochen.

Testergebnis: positiv

  • Ein positives Testergebnis bedeutet, dass der Betroffene sich mit dem HI-Virus angesteckt hat. In seinem Blut, im Samen oder Scheidensekret und in anderen Körperflüssigkeiten befindet sich das HI-Virus. Damit ist der Betroffene nach momentanem Stand der Forschung lebenslang für andere Personen ansteckend. Forscher hoffen aber, in den nächsten Jahren durch Medikamente das Virus komplett aus dem Blut entfernen zu können.
  • Ein positives Testergebnis bedeutet noch lange nicht, dass man bereits an Aids erkrankt ist. In den letzten Jahren hat die Aids-Forschung bedeutende Fortschritte gemacht, sodass sich die Chancen, längere Zeit ohne Krankheitssymptome zu leben, erheblich verbessert haben. Voraussetzung dafür ist jedoch ein gesunder Lebensstil und regelmäßige medizinische Betreuung.

Vorsicht vor dem Heimtest!

  • Ein Heimtest ist ein HIV-Test, den man über das Internet bestellen und dann zu Hause selbst durchführen kann. Diese Tests sind in Deutschland nicht zugelassen. Zum einen besteht die Gefahr, den Test falsch anzuwenden oder das Ergebnis nicht richtig zu erkennen. Zum anderen ist es wichtig, dass der HIV-Test in eine professionelle und kompetente Beratung eingebettet ist.

Ein HIV-Test wird vom behandelnden Arzt, vom Gesundheitsamt oder von Aids-Beratungsstellen durchgeführt. Er ist in der Regel kostenlos. Auf Wunsch kann der Betroffene beim Test sowie bei der anschließenden Beratung anonym bleiben.

Publikationsdatum:   17.12.10
Datum geändert:  15.06.11
 
 

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Axel Kuchem

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